150 Jahre Schanklizenz beim Brucksaler

Mit über 80 brau- und schankberechtigten Bürgern war Neustadt im 19. Jahrhundert eine Hochburg der Zoiglkultur. Es gab also über 80 Zoiglstuben in Neustadt. Das kann man sich heute nur schwer vorstellen. Im Jahre 1865 gab es in Neustadt sogar 207 kommunbrauberechtigte Hauseigentümer. Aber nicht jeder schenkte öffentlich aus.

Am 9. Oktober 1865 wird vom Stadtmagistrat Neustadt festgehalten, wer von den brauberechtigten Bürgern über geeignete Lokalitäten und Geräte zum Ausschank seines Kommunbieres verfügt. Nur wer auf dieser Liste aufgeführt war, erhielt gegen Bezahlung eine neue nunmehr offizielle Schanklizenz. Das war der Beginn des zertifizierten öffentlichen Schankrechts der kommunbrauberechtigten Bürger. Ursprünglich war der Zoigl für den Haustrunk gedacht, entwickelte sich aber nach und nach zum öffentlichen Ausschank. Der Stadtmagistrat wollte damit einer zunehmenden Unhygiene in den Zoiglstuben entgegenwirken. Mein Ur-Ur-Großvater (Thomas Wiedenhofer, Seilermeister) hat sich ebenfalls auf dieser Liste der schankberechtigten Kommunbrauer unter Nr. 10 registrieren lassen. Dieses Ereignis jährt sich heuer zum 150. Mal. Dieses Jubiläum nehmen wir heute zum Anlass und möchten mit dieser Veranstaltung an dieses für die Geschichte des Neustädter Zoigls historischen Ereignisses erinnern und aufmerksam machen.

 

Auszug der Rede von Michael Lang anläßlich der historischen Stadtführung am 20. September 2015